Samstag, 1. Oktober 2011

16 - Müll make`s the world go round...?

Freitag, der 30.9.2011
(von Röttger Maier)


Der heutige Tag soll uns wichtige Erkenntnisse über den heimischen Recycling- und Entsorgungsmarkt bringen. Was passiert mit dem gesammelten Müll? Wie und wo kann entsorgt werden? Was kann recycelt werden? Und ist damit womöglich Geld zu verdienen?

Ein kleines Mädchen, vielleicht 8 oder 10 Jahre alt, sprach uns am Vorabend gegen Mitternacht (!) an einer Bierbar an und bat in fließendem Englisch (!) um unsere leeren Bierdosen. Auf die Frage was Sie denn damit wolle, antwortete Sie wie selbstverständlich: verkaufen, für 100 Riel das Stück (4.000 Riel = ca. 1 US $). Also muss es einen richtigen Markt für Wertstoffe geben!

Um diesen zu ergründen starten wir um 7:00 Uhr nach Battambang. Da es für die 50 km Luftlinie keine direkte Straße gibt, nähern wir uns dem Ziel über 180 km in einem hakenförmigen Umweg.
Als erstes wurde das SAB (Soziales Abfallzentrum Battambang) der kambodschanischen NGO COMPED als „Tochterableger“ der TGK e.V. (Thüringisch Kambodschanische Gesellschaft e. V.) angesteuert.

Hier werden in einem Musterprojekt seit einigen Jahren mehrere Ziele miteinander vereint:
- Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen der Wastepicker
- Verbesserung der Lebensbedingungen und Ausbildung derer Kinder
- Optimierung der Müllverwertung durch Kompostierung
Dies wird erreicht indem den Wastepickern ein überdachter Arbeitsbereich mit betonierten Boden zur Verfügung gestellt wird so dass sie auf trockenen Grund und vor der Sonne geschützt ihrer unsäglichen Arbeit nachgehen können.


Um die Kinder möglichst von der Kippe fernzuhalten, wird für Sie im angrenzenden Sozialtrakt Unterricht sowie Spielmöglichkeiten für die jüngeren angeboten. Weiterhin gibt es Toiletten, Duschen und einen Kochraum in dem unter menschenwürdigen Bedingungen und unter Einhaltung hygienischer Mindestbedingungen gekocht werden kann.
Alles in allem ein kleiner Hoffnungsschimmer im Kampf gegen die himmelschreiende Armut und Chancenlosigkeit dieser Menschen und deren Kinder. Wer mehr über das Schicksal von Wastepickern erfahren möchte, dem sei folgende Lektüre empfohlen:
- www.wastepicker.org
- „Kinder des Monsun“ Kapitel: Reneboy im gelobten Land



Im SAB wird nun der Abfall aus zwei lokalen Märkten täglich angeliefert (ca. 15 t/Tag). Dieser besteht zu ca. 60% aus organischem Material und zu 40% aus Wertstoffen jeder Art (z.B. Plastik, Papier, Weißblech, Glasflaschen usw.) sowie unverwertbarem Restmüll.


Da es in Kambodscha bisher keinerlei Art von Mülltrennung gibt, müssen die verwertbaren Fraktionen von Hand aussortiert werden. Im wesentlichen verläuft der Arbeitsprozesswie folgt:


- Anlieferung der gemischten Marktabfälle am Sortierplatz
- Aussortieren der nicht kompostierbaren Fremdstoffe zum Recycling
- Lagern der organischen Materials in Mieten als Reihen von ca. 15x3x2 (lxbxh in m) für die Dauer von ca. 1 Monat
- Kompost aussieben
- Abfüllen des fertigen Komposts in Säcke
- Reste wieder in Rotten einlagern




Die letzten drei Schritte dieses Prozesses werden nun mehrmals wiederholt bis nach ca. 4 bis 6 Monaten das gesamte organische Material verrottet ist. Die genaue Rottezeit ist abhängig von der Zusammensetzung, Temperatur und Feuchte. Um diese Parameter optimal zu regeln wird die Temperatur im inneren des Komposthaufens gemessen (Optimum: zwischen 60°C und 70°C). Steigt die Temperatur zu sehr an, muss der Haufen umgeschichtet werden.
Aus den täglich angelieferten 15 t Material werden ca. 60% = 9 t organisches Material aussortiert. Daraus lässt sich ca. 1 t Kompost (pro Tag!) gewinnen mit einem Marktwert von ca. 15.000 Riel je 50 kg Sack.

Die 40% = 6 t aussortierten anorganischen Mülls werden von den Wastepickern nach verkaufbaren Wertstoffen durchsucht und getrennt. Dabei erhalten Sie im Verkauf (als einzige Einnahmequelle für den Lebensunterhalt) folgende Beträge:
- Plastiktüten 100 Riel/kg
- Papier 200 Riel/kg
- Pappe 600 Riel/kg
- Dosen 6.000 Riel/kg
- Flaschen 300 Riel/10 Stck.

Bemerkenswert hierbei ist das Plastiktüten in Unmengen im Müll enthalten sind, wegen des geringen Gewichts und Wertes jedoch nicht gesammelt werden. Dieser Kunststoffabfall stellt wahrscheinlich das größte Problem auf den Müllkippen dar, die zu gigantischer Größe anwachsen können.

Nach diesen Eindrücken führt uns unsere Fahrt zu einem Zwischenhändler von Plastikwertstoffen. Dieser kauft das grob vorsortierte Material der Wastepicker von Battambang zu den dort genannten Preisen an und verarbeitet es weiter. Dazu wird in einer luftigen Lagerhalle der Plastikabfall nach Material und Farbe noch einmal nachsortiert. Sortenrein wird er nun geschreddert, gewaschen, getrocknet und zu Ballen gepresst. So aufbereitet kann der Wertstoff für ca. 500 Riel je kg nach Vietnam verkauft werden, wobei Transportkosten von 600 US $ je 15 t einer LKW Ladung zu berücksichtigen sind.
Müll = money, make`s the world go round...




Diesen weiteren anstrengenden Tag mit vielen neuen Eindrücken, freundlichen, offenen und auskunftsbereiten Menschen, hohen Temperaturen und üppiger Luftfeuchte schlossen wir dann mit unserem üblichen Kurprogramm für Körper und Seele: Kneippen und Kneipen...

Einen hab` ich noch...
Der Ansatz des SAB zur Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen der Wastepicker ist aus humanitären, sozialen und hygienischen Gesichtspunkten genau richtig. Die Lebensrealität der Wastepicker sieht jedoch leider anders aus.Direkt neben dem SAB Platz betrieben von COMPED grenzt die öffentliche Deponie Battambang`s an. Hier wird in Müllfahrzeugen der gemischte Siedlungsabfall von Privathaushalten, Hotels, Märkten und Klinikabfall (!) angeliefert.



Solange es keinen „frischen“ Müll aus der Stadt gibt werden die Kompostplätze des SAB genutzt. Sobald ein Müll LKW mit gemischtem Siedlungsabfall aus Battambang eintrifft, stürzen sich die anwesenden Wastepicker geradezu auf den noch fahrenden LKW und klettern in (!) den Pressraum um als erste am begehrten Wertstoff zu sein. Nachdem dieser nach ca. 150 m Rückwärtsfahrt am Kippplatz angekommen ist, wird abgekippt und die menschenunwürdige Arbeit unter brütender Sonne ohne Wetterschutz, barfuß bis zu den Knien im Müll beginnt auf`s neue.


Money = Müll, make`s the world go round :-((
Röttger Maier

15 - Der zweite Tag am Bau

Donnerstag, den 29.09.2011
(Alex Springer)


Nach einem erfolgreichen ersten Bau tag machten wir uns heute erneut, wie eigentlich jeden morgen, sehr früh aus dem Hotel um noch einige Einkäufe für unser Cafe´Colonia zu tätigen.
Angekommen auf dem täglich geöffneten Markt, begaben wir uns direkt in das Gewusel von Einheimischen. Umgeben von ungewohnten Gerüchen, führte uns Herr Chantol direkt zu einem Händler für Haushaltsgegenstände.
Nun begannen wir unsere Einkaufsliste abzuarbeiten. Mit der Unterstützung von Hrn. Chantol konnten wir unter anderem Gläser für Getränke, Kaffeetassen, Müllkörbe, einen Wischmopp, einen Besen, ein Kehrblech und eine Kaffeemaschine direkt vom Händler mitnehmen und nachher beim Bürgermeister von Preksromont lagern.



Endlich im Dorf angekommen, im Schlepptau die noch zu liefernde Ware aus dem Baumarkt, machten wir uns direkt auf den Fußweg zum Café.



Als aller erstes stellten wir den zukünftigen Wasserspender auf die dafür vorgesehenen Balken. Angefangen uns Gedanken um die Verrohrung zu machen, mussten wir leider feststellen, dass die Rohre in den Toiletten vor den Fliesen verlaufen würden und diese Art der Verlegung nicht dem westlichen Standard entsprechen würde. So viel Mühe sich die Mitarbeiter beim Fliesen legen und streichen auch gegeben haben, trotz alledem beschlossen wir die Wasserleitungen nach westlichem Standard zu verlegen.
Damit begann das Schlitze klopfen. Eine mühsame Arbeit die sich aber nachher zu 100% gelohnt hat.



Mit Hilfe von zwei Dorfmitarbeiter, die das festnageln der Dachbleche übernommen haben (ich vermute der Hauptgrund war das Gewicht, welches sonst von den Balken getragen werden musste), wurde parallel dazu das Vordach neu zugedeckt.



Ein Kind aus dem Dorf und Herr Chantol strichen zum wiederholten male das Eingangsschild in Weiß, um darauf in Kürze das Getränkeangebot in drei (deutsch, kambodschianisch und englisch) verschiedenen Sprachen aufzuschreiben.


Während wir einen kurzen Abstecher zu einem weiterliegenden Brunnen im Dorf machten, bastelte ein sehr engagierter Dorf Mitarbeiter weiter am ersten von zwei Toren, wodurch das Café sicher vor möglichem unerwünschten Besuch sein soll.


Die Herren Chantol und Röttger Maier machten Sie dann kurz nach Mittag ins Nachbardorf, um sich mit zwei Brunnenbauern die möglichen Brunnenplätze anzuschauen. Nach langem hin und her erhielten wir die Zusage von einem Brunnenbauer. Dieser wollte dann auch direkt am nächsten Tag mit den Bohrungen starten.


Unser Café in der 360° Perspektive

So langsam nährte sich auch dieser Tag allmählich der Abenddämmerung. Nach einigen Runden im Pool der Hotel Anlage zogen wir erneut in die Stadt um uns von Köstlichkeiten am Straßenrestaurants zu stärken und den Abend dann gemütlich in der 50 Dollar Cent Bar (+ free Popcorn) ausklingen zu lassen.


In diesem Sinne
Alex Springer


Donnerstag, 29. September 2011

14- Die ersten Restaurierungsarbeiten

Mittwoch, den 28.9.2011
(Alex Springer)


Die ersten Restaurierungsarbeiten und ein weiterer Brunnen

Nach einer langen Nacht, die ein paar Zwischenbiere und einen Becher kambodschanischem Rum gemischt mit String (Strawberry Juice) enthalten hat und relativ wenig Schlaf, ging es diesen Morgen wieder einmal früh raus. Mit an Board waren heute Carolina und Josh. Beide wollten sich gerne mal unser Projekt anschauen. Zudem führt die Busverbindung nach Phnom Penh an Domdek vorbei, unserem letzten größeren Dorf vor Preksromot.

Ankunft in Preksromot.
Ausgerüstet mit Handschuhen, festen Schuhwerk, Wasserwaage und Zange begaben wir uns auf den Weg zum Café.
Damit unsere europäischen Besucher sicher die Sanitäranlagen benutzen und ein kühles Getränk genießen können, beschlossen wir zu allererst den Boden an manchen Stellen zu erneuern. Das Holz wurde mit einem Boot vom Bürgermeister geholt, wo es am Tag zuvor vor Diebstahl geschützt gelagert wurde.

Wir haben begonnen, im vorderen Bereich neue Querbalken zu verlegen. Das Holz war so durchnässt und vermodert, dass man (wir, die Europäer) zu jeder Zeit das Gefühl hatte gleich im nassen zu landen. Dabei haben wir tatkräftige Unterstützung von unseren beiden ersten Besuchern, Caro und Josh, erhalten.
Nach erfolgreicher Anbringung der Sparren gab es beim Zuschneiden der Fußbodenbretter die ein oder andere Diskussion, wieso man so schief gesägt hat?.




Nach dem dritten Brett haben wir dann feststellen müssen, dass es nicht an der Herkunft (deutsche und russische Sägetechnik) liegt. Aber wie pflegt man zu sagen: Wenn sich zwei streiten, dann lacht meistens der dritte.

Nachdem alle Bretter ersetzt wurden sind, begannen wir das Dach im vorderen Terrassenbereich abzunehmen um es dann am nächsten Tag neu einzudecken.

Auf dem Rückweg nach Siem Reap beschlossen, wir erneut im Dorf Travkhit anzuhalten, um das weitere Vorgehen für drei neue Brunnen abzustimmen. Nach freundlichem Empfang durch den Bürgermeister führte er uns direkt zu den neuen Brunnenplätzen. Nach kurzem Fußweg durch Sumpf, Schlamm und zwischen den Hütten der Bewohner, zeigte uns der Bürgermeister den neuen Standort.
Die Entscheidung für die Bohrungen erfolgte direkt vor Ort. Nach einigen Telefonaten konnte Herr Chantol zwei Brunnenbauer zur Bestandsaufnahme für den nächsten Tag organisieren.

Ein weiterer Erfolg für unser Projekt.

Wie jeden Abend, erholten wir uns im Pool und genossen das Leckere an der Straße inklusive regelmäßiger Abkühlung des unteren Beinbereiches.

In diesem Sinne,
„Sir, Massage?“




13 - Shopping für einen guten Zweck

Dienstag, der 27.9.2011
(von Horst-G. Lippold)

beim Sanitär-Möbel-Baumarkt-Händler

An unserem zweiten Tag in Kambodscha stand ein umfangreicher Einkaufsplan für den Aufbau unseres Touristencafe´s auf dem Plan, um unsere Liste vom Vortag abzuarbeiten.

Für die Wasserversorgung benötigen wir noch einen Wassertank nebst Rohrleitungen zu den Verbrauchsstellen und motorgetriebener Pumpe, um überhaupt Wasser in den Tank zu bekommen. Während der Regenzeit müssen wir Wasser aus dem See entnehmen und später in der Trockenzeit aus einem dann noch zu bauenden Brunnen. Dieser Brunnen ist dann der dritte der im vergangenen Februar geplanten Anlagen, der gleichzeitig den mittleren Teil des Dorfes versorgt.

Zur Komplettierung der Toiletten in unserem Cafe´ sollen noch ein Urinal im Herren-WC sowie ein Urinal und ein Handwaschbecken im Außenbereich neben den Toiletten installiert werden.

Wegen des an einigen Stellen grenzwertigen baulichen Zustandes der alten Schule hatten wir am Vortag beschlossen, einige Fußbodenbretter und ihre Unterkonstruktion sowie das marode Vordach auszutauschen. In der Trockenzeit sollten dann noch sicherheitshalber einige wurmstichige Holzpfähle ausgetauscht werden. Ferner muss dringend ein Geländer an der offenen Seeseite angebracht werden. Es wäre doch unschön, wenn unsere Besucher durch den Boden durchbrechen und in den See oder in der Trockenzeit acht Meter in die Tiefe stürzen würden.

Schließlich benötigen wir für das eigentliche Cafe´ unabdingbare Einrichtungsgegenstände wie (ergänzend zu den teilweise noch vorhandenen Schulbänken und –tischen) Stühle und Tische, eine Spültheke, zwei große abschließbare Kühlboxen, einen Kocher für Tee und Kaffee, Gläser etc.

Alles in allem eine umfangreiche Einkaufsliste, die wir heute bei diversen Händlern und Märkten abarbeiten wollten. Da an diesem Tag noch Feiertag in Kambodscha war, mussten wir damit rechnen, dass der eine oder andere Laden geschlossen war. Gemäß dem Motto „der frühe Vogel fängt den Wurm“ sind wir dann auch früh zum ersten Sanitär-Möbel-Baumarkt-Händler in seiner Garage aufgebrochen, um nach viertelstündigem Palaver die Information zu erhalten, dass der Händler wegen des Feiertags nunmehr leider zum Tempel aufbrechen müsse und wir doch bitte in einigen Stunden wiederkommen mögen.

Von soviel Geschäftstüchtigkeit überwältigt sind wir direkt zum nächsten Händler gefahren und haben einen neuen Versuch gestartet. Nach wiederum langem Verhandlungspalaver waren die ersten Einrichtungsgegenstände endlich gekauft und soweit wie möglich in unserem Kleinbus verladen (die sperrigen Teile sollen später angeliefert werden), so dass wir Richtung Preksromot aufbrechen konnten. Nach kurzem Abstecher In die nahegelegene Kreisstadt Domdek zwecks Motorpumpen-Kauf (auch hier: gut Palaver braucht Weile) haben wir endlich Preksromot kurz vor Mittag erreicht, wo wir unsere Einkäufe sicherheitshalber beim Bürgermeister zwischengelagert haben. Wie überall bekommen sonst die Dinge recht schnell Beine.


Der spannendste Teil kam mit dem Holzeinkauf bei einem schwimmenden Händler im überfluteten Nachbarort in Richtung Tonle Sap, den wir per Boot angesteuert haben. Das Holz lagerte dort auf mehrere Kähne verteilt im Freien und war deshalb gut gegen Austrocknung geschützt. Man musste mit den Brettern und Bohlen recht abenteuerlich über Planken und Stege von einem Schiff zum anderen und zu seinem Haus balancieren und höllisch aufpassen, nicht auf diesen regennassen schwankenden Pfaden über Bord zu gehen. Aber das ist hier so üblich und dann geht es eben.





Der langgestreckte Pfahlbau des Holzhändlers mutiert auf dem Weg zur Vorderseite des Hauses vom Holzlager auf der Wasserseite erst zur Küche, dann weiter zum halb überfluteten Büro-Sägewerkstatt-Schlafzimmer (sehr apart) und schließlich zum Lebensmittelhändler bzw. Drugstore an der Straße. Um es mit Heinz Rühmann zu sagen: „hübsch hässlich habt ihr´s hier“.



An der Straßenseite war zu meiner Überraschung tatsächlich Land, weil dieses Haus und einige andere wegen ihrer erhöhten Lage eine Art Insel bildeten, auf der wie auf einer Arche Noah die vielen Menschen, Hunde, Katzen, Hühner etc. einträchtig beisammen saßen oder durcheinander wuselten. Kaufen konnte man dort von Lebensmitteln und Haushaltsartikeln über Kleidung bis zu einer Riesenauswahl gängiger Handy-Modelle quasi alles.


Am Ende ging es mit einem zum Holztransporter umgenutzten Boot zurück nach Preksromot, wo wir unsere Hölzer wiederum sicherheitshalber beim Bürgermeister deponierten.


Preksromot war zwischenzeitlich zunehmend von Menschen überfüllt, weil an diesem Tag traditionell ein großes Dorffest stattfindet, an dem auch viele Menschen aus Nachbargemeinden begeistert teilnehmen. Abgesehen von Essen, Trinken und viel Reisschnaps vergnügen sich die Leute damit, sich von Booten gegenseitig mit leicht platzenden wassergefüllten Plastikbeuteln zu bewerfen. Mit diesem fröhlichen Treiben hatten wir schon beim Holzhändler unseren Spass gehabt.




Auf der Rückfahrt nach Siem Reap sind wir noch in das Nachbardorf Travkhit gefahren und haben mit dem Bürgermeister Soun Leum besprochen, ob hier ernsthafter Bedarf und Interesse an zwei bis drei Brunnen besteht. Der Bau von weiteren Brunnen in einem anderen Dorf gehört wie beschrieben zu unseren Zielsetzungen für unseren jetzigen Kambodschabesuch. Herr Soun Leum hat nach anfänglicher Überraschung sehr erfreut auf unser Angebot reagiert und versprochen, bis morgen mit den Dorfbewohnern sinnvolle Standorte etc. abzustimmen.

Am Ende dieses bemerkenswerten Shopping-Tages ging es wie üblich zum Wassertreten in Siem Reaps Straßen, wo wir uns mit Josh Feitelson und Carolin Dohmen getroffen haben, die unter „Beebop hilft e.V.“ ein Kinderdorf in Nordost-Kambodscha aufgebaut haben und betreiben. Der Abend endete nach leckerem Essen, reichlich isotonischem Gerstensaft und angeregtem Gedankenaustausch sehr spät.


In dem Sinne „anything goes“
Horst-G. Lippold