Donnerstag, 17. April 2014

53 - Bestandsaufnahme und neue Projekte















Mittwoch, der 16.04.2014
(von Tobias Körner)

Unserem Rythmus folgend, trafen wir uns nach einem üppigen Frühstück "pünktlich" um 8 Uhr vor unserem Hotel, um mit frischen Mut neue Projekte zu suchen und alte, bereits realisierte zu inspizieren. Ich verspätetet mich um genau neun Minuten und wurde zu einer Runde Bier für den Abend verdonnert. Das schien mir fair.

Unsere erste Station des Tages war eine vom Verein im Jahr 2012 ausgebaute Hütte im Dorf XPreksromot. Der Ort zieht sich entlang eines flussartigen Ausläufers des größten Sees Südostasiens, dem Tonle Sap. 

Rote, staubtrockene Erde und die landesüblichen Holzhütten auf Stelzen zum Schutz vor dem saisonalen Hochwasser zur Regenzeit prägen das Bild. Überall und vor allem unter den Hütten liegt jede Menge Müll herum. Von einigen Terassen dröhnt laute Musik und Dorfbewohner lungern entspannt, Zigaretten rauchend vor ihren Hüten herum.

An unserem Ziel angekommen balancierten wir vorsichtig über den improvisierten Steg aus Holzbohlen hinein in die Hütte. Ein einziger Raum, der durch den Einsatz von einfachen Decken in Küchenbereich, Wohnraum und Schlafbereich gegliedert wurde. Der Hausherr zeigte uns sichtlich stolz und froh, uns zu sehen, sein Reich. 

Weiter ging es zum nächsten Ort Kampong Kleang, der auf der gegenüberliegenden Seite des Sees liegt. Dieser Ort liegt zur Regenzeit vollständig unter Wasser und ist lediglich mit dem Boot zu erreichen. Die derzeitige Trockenheit offenbart die verheerenden Hygienebedingungen. Es stinkt teilweise fürchterlich. 

Wir besichtigten zwei Brunnen, die der Verein hier im Jahr 2012 realisiert hat. Beide sind in ständiger Benutzung und sind zentraler Bestandteil des Alltags im Ort. 

Unsere nächste Station war ein leider gescheitertes Projekt. Wir besichtigten die ruhende Baustelle eines Cafés, welches zur Gegenfinanzierung eines Müllabfuhrprojektes gedacht war. Leider nahm die Ortsgemeinschaft dieses Angebot nicht wahr. Keiner kümmerte sich um das Café und das Konzept war damit gescheitert. Jetzt soll ein Versammlungsort hier entstehen. Wenigsten etwas.

Als nächstes stand eine Besichtigung des Brunnens in Travkhit an. Es war eine große Freude zu sehen, wie relativ sauber und gepflegt es hier war. Ein kleines Mädchen duschte sich gerade am Brunnen und zauberte uns allen ein Lächeln ins Gesicht. 

Unser Führer Herr Chantol brachte uns danach zu einem Kindergarten in X. Hier wurde ein eventuelles Engagement des Vereins ausführlich besprochen. Der Kindergarten bietet den Kindern im Ort täglich drei Stunden Unterricht und zu jeder Tageszeit einen Ort zum spielen. Jedes Kind ist willkommen. 

Es war schnell klar, dass der Verein helfen will. Man beschloss einen Brunnen zu bauen und einen Zaun zu errichten. Mit dem Bau des Zaunes sollten wir direkt am nächsten Tag beginnen. Er soll die Kinder davor schützen, arglos auf die stark befahrene Straße zu rennen und womöglich überfahren zu werden. 

Danach stand eine Besichtigung der Ruinen eines alten hinduistischen Tempels (Beng Meala) aus dem frühen 12. Jahrhundert an. Es war für uns alle ein eindrucksvolles Erlebnis und eine willkommene Abwechslung. 

Auf dem Weg zu einem weiteren Brunnen stoppten wir erneut an dem Kindergarten und überreichten dem Hausherrn 270 Dollar. Von dem Geld sollten die Baumaterialien für den geplanten Zaun besorgt werden. 

Unsere letzte Station dieses ereignisreichen Tages war der Brunnen in Svey Chey. Auch hier war deutlich zu erkennen, wie sehr der Zugang zu frischem, sauberen Wasser die Alltagssituation eines Ortes beeinflusst. 

Völlig erschöpft und von vielen, vielen Eindrücken nahezu überwältigt starteten wir in das Abendprogramm. Wir schlugen uns die Mägen mit den landesüblichen Köstlichkeiten voll und tranken das eine oder andere Angkor Bier aus Dosen. 

What a day!!!

Tobias Körner 

Montag, 14. April 2014

52 - in Varin und Bai Doth

Dienstag, der 15.4.2015
(von Horst-G. Lippold)

an der Schule in Bai Doth

Am zweiten Tag in Kambodscha sind wir früh aufgebrochen, um in´s abgelegene Bai Doth zu fahren, wo wir den Bewohnern im letzten Jahr einen Brunnen versprochen hatten. Dieser Brunnen wurde leider anders als geplant durch Probleme mit der LKW-Anfahrt der Brunnenbauer bis und während der Regenzei und diverse andere Probleme t bis heute nicht gebaut.

Kann teilte mir zwei Wochen vor unserer Anreise mit, dass ein Brunnen wahrscheinlich überhaupt nicht möglich sei und schlug stattdessen den Bau eines Wasserteichs von ca. 3000 cbm (25m Länge x 25m Breite x 5 m Tiefe) mit nachgeschalteter Pumpe und Wasserfilter vor. Das entspricht im Grundsatz der Idee der Trinkwasserversorgung in Deutschland mit Hilfe von Stauseen, wobei sich ein Teich in Kambodscha nur während der knapp halbjährigen Regenzeit füllen kann. Möglicherweise ist dieser Ansatz aber im Sinne der Nachhaltigkeit sowieso besser, weil anders als bei der Wasserentnahme durch die vielen Brunnen keine Grundwasserabsenkungen erfolgen.

Nach einiger Sucherei sind wir schließlich in Bai Doth angekommen, um letztlich zu erfahren, dass vor wenigen Wochen eine größere Hilfsorganisation vor Ort war und den Bewohnern nach dem kambodschanischen Neujahrsfest einen Brunnen bauen wird und zudem diverse Baumaßnahmen an den Häusern/Hütten der 18 ärmsten Familien zugesagt hat. Damit war für uns klar, dass weitere Aktionen unsererseits quasi als Konkurrenz wenig sinnvoll sind und wir haben auch die ursprünglich angedachte Schulrenovierung abgeblasen.

Mit einer gewissen Enttäuschung über die ärgerliche einjährige Verzögerung unsererseits und unseren damit letztlich ergebnislosen Besuch sind wir daraufhin nach Varin aufgebrochen, wo wir unseren 2013 erstellten Brunnen und weiteren Hilfsbedarf prüfen wollten.

unser Brunnen in Varin

Angekommen in Varin konnten wir feststellen, dass unser Brunnen zwar nicht ideal gelegen ist, aber zumindestens einwandfrei funktioniert. Weiterführende Gespräche mit den lokalen Verantwortlichen waren wegen der Neujahrsfeierlichkeiten nicht möglich und wir sind - mittlerweile schon am Spätnachmittag - weitergefahren zu unserer letzten Station in Prasang ca. 70 km in Richtung Poipet.

Dort hatte man Herrn Chantol schon vor einigen Wochen unterrichtet über den dringenden Wunsch der Bevölkerung nach Brunnen, um der Wassernot Herr zu werden. Angekommen in Prasang haben wir den Wunschstandort für "unseren" Brunnen besichtigt und auch mit den lokal Verantwortlichen gesprochen.

 Wir waren vorab informiert worden, dass es keinerlei Tiefbrunnen und nur einige bis 8 m Tiefe gegrabene Brunnen gäbe, die in der Trockenzeit versiegen. Dementsprechend waren wir dann doch etwas irritiert, dass wir schon bei der Durchfahrt des Dorfes von der Strasse aus einige Tiefbrunnen erkennen konnten.

Zudem stellte sich heraus, dass eine andere Hilfsorganisation in der nahegelegenen Schule gerade einen Trinkwasserteich mit Filteranlage in Betrieb nimmt, was interessanterweise genau Kann´s letzter Idee für Bai Dot entspricht.

Ernüchtert von soviel Wasserknappheit und Falschinformation haben wir den Besuch abgebrochen und sind in den Abend zurück gefahren nach Siem Reap, wo wir unseren letztlich wenig ertragreichen Tag im Trubel der Neujahrsfestivitäten mit Nüdelchen und Gertensaft haben ausklingen lassen.

Tja, wie gesagt: immer schön fröhlich bleiben und Humor ist, wenn man trotzdem lacht.

In dem Sinne: Morgen wird alles besser
      Horst-G. Lippold

51 - Anreise und der erste Tag in Kambodscha

Montag, der 14.4.2014
(von Julia Lippold)


Unsere Reise begann Samstagabend zu dritt in Frankfurt. Über Nacht ging es nach Peking und anschließend weiter nach Bangkok. Dort wartete bereits Marcel auf uns, und nun zu viert, fuhren wir im Taxi bis zur kambodschanischen Grenze. 

Da es aber bereits etwa 22 Uhr Ortszeit war, war diese geschlossen. Nach dem Einchecken in ein durch und durch pink und grün märchenhaft anmutendes Hotel haben wir den Abend bei einem gemütlichem Abendessen am Staßenrand ausklingen lassen. Dieses wurde durch sehr basslastige Musik , welche von einer großen Bühne in der Nähe kam, untermalt. Zunächst irritiert von soviel nächtlichem Leben auf der Staße, verstanden wir dann doch recht schnell , dass in Thailand – und wie wir später merkten auch in Kambodscha - gerade Neujahr gefeiert wird. 


Am nächsten Morgen hat uns wie abgemacht Herr Chantol auf der kambodschanischen Seite der Grenze abgeholt. Dabei haben wir noch eine junge Frau, Chetey, die aus Amerika kommt und in Bangkok studiert, mitgenommen.
Auf dem Weg nach Siem Reap haben wir den ersten Brunnen, welcher 3 Tage zuvor fertig gestellt wurde, besichtigt. Dieser befindet sich in Chrorch Village (Kommune Lver, District Pouk, Province Siem Eap), ein Dorf, welches circa 22 km vor Siem Reap liegt. Wir wurden herzlich empfangen. Nach einer Ansprache von Horst bedankte sich der Bürgermeister und es wurden uns im Anschluss ein ausgiebiges Essen serviert, welches wir gemeinsam zu uns nahmen.


Auch wurde unserseits der Bau eines Gewächshauses angeregt, jedoch stellte sich dies als schwierig heraus. Die Grundstücke des Dorfes befinden sich alle in Privatbesitz und es ist nicht ohne weiteres möglich dort zu bauen. Also machten wir uns stattdessen Richtung anderes Ende des Dorfes auf, um dort einen Platz für einen möglichen weiteren Brunnen zu besichtigen. Dieser Brunnen steht in jedem Fall zu Option, eine Entscheidung wird aber erst in den kommenden Tagen getroffen werden.

 Nach einer Runde Tauziehen mit den Dorfbewohnern setzen wir unsere Reise nach Siem Reap fort.


Müde von der langen Anreise steuerten wir nun nur noch die alt bekannte 50 Cent Beer,  popcorn free Bar an , ließen die vergangenen zwei Tage Revue passieren und fielen ins Bett.

Julia Lippold

50 - Unsere Projekte im April 2014


Freitag, der 12.4.2014
(von Horst-G. Lippold)


Morgen beginnt unsere nächste Reise nach Kambodscha und ich möchte kurz über unsere Ziele für die anstehenden Tage berichten.

Unser Team besteht dieses Mal aus Tobias Körner, Julia Lippold, Marcel Weich und mir selbst. Hinzu kommen nach einer knappen Woche Susanne Müller und Anja Buchhold.

Wie immer wollen wir unsere bisherigen Brunnen- und Bauprojekte überprüfen und - falls erforderlich - Korrekturen bzw. Reparaturen veranlassen. Wir wollen unsere bestehenden und künftigen Projekte übrigens ab sofort photographisch mit Geotagging dokumentieren, damit man sie auch später  jederzeit mit Google Maps o.ä. wiederfinden kann.

Weiterhin wollen wir entsprechend den von Herrn Chantol oder Kann gemachten Vorschlägen zwei bis vier neue Brunnen bauen in Dörfern mit akuter Wassernot. In diesen Dörfern wollen wir auch intensiv mit den Menschen sprechen, um zu erfahren, inwieweit weiterer Bedarf in Richtung landwirtschaftlicher Projekte wie z.B. Gewächshäuser o.ä. oder anderer baulicher Projekte wie z.B. Schulausbau besteht.

Nach unseren bisherigen Erfahrungen werden Projekte nur dann erfolgreich und dauerhaft umgesetzt, wenn die lokale Bevölkerung diese unbedingt möchte und bereit ist, einen Eigenbeitrag zu leisten. Deshalb wollen wir viel mit den Menschen sprechen.

Etwas erschwert werden unsere Aktivitäten in den nächsten Tagen allerdings dadurch, dass in Kambodscha von 14.-16.4.2014 drei Tage das Neujahrsfest gefeiert wird und dann wie im Kölner Karneval alles stillsteht und quasi nicht gearbeitet wird. Deshalb haben wir den Bau eines ersten Brunnens in einem Dorf ca. 30km westlich von Siem Reap schon für diese Woche veranlasst. Dafür kennt man in Kambodscha weder Karfreitag noch Ostern und wir gehen davon aus, dass dann wie im letzten Jahr gearbeitet wird.

Wir sind auf jeden Fall gespannt auf die nächsten Tage und freuen uns auf die Reise und unsere Projekte.

In dem Sinne: immer schön fröhlich bleiben

    Horst-G. Lippold

Montag, 1. April 2013

49 - Unser letzter Tag in Siem Reap

Montag, der 1.4.2013
(von Erhan Ortac)

im fast fertigen Gewächshaus mit Kann und den Kindern

Unser letzter Tag in Siam Reap. Wir wollen heute ein Ergebnis sehen und das “Greenhouse Project“ soweit wir können zu Ende bringen. Deswegen beginnt der Tag (für unsere Verhältnisse) besonders früh.

Um 6 Uhr wird noch schnell gefrühstückt,  um 6:30 Uhr sitzen wir schon  im Auto.  In den letzten Tagen haben wir nämlich unsere Erfahrungen mit der Hitze gemacht. Bereits ab 9 Uhr kann man kaum unter der Sonne stehen, geschweige denn  arbeiten. Um die „kühlere“ Morgenluft zu nutzen, starten wir heute daher etwas früher.



Heute geht es eigentlich mit dem Wetter, es ist leicht bewölkt und mit einem Energie spendendem  Frühstück können wir bis 11 Uhr durcharbeiten. Wir fixieren die letzten Verstrebungen, während Kann mit seinen Kindern die grüne Abdeckplane/Folie befestigt.

 
 
 

Dabei stellen wir fest, dass die Kinder und Kann wesentlich akrobatischer auf dem Gerüst unterwegs sind als wir mit unseren “Tisch-Leiter-Konstruktionen“.

 


Unser Greenhouse nimmt allmählich richtig Gestalt an und wir beschließen unsere Arbeit hier zu beenden. Vier von uns fahren zurück ins Hotel; unsere Vorstandsmitglieder bleiben, um weitere Projekte zu besprechen.

wir haben fertig
Team Hülya Bekmez, Julia Lippold, Jessica Mohr,
Bedia Ortac, Erhan Ortac, Horst-G. Lippold

Im Hotel angekommen gehen wir ein letztes Mal in unserer verdreckten und verschwitzten Arbeitskleidung durch die  Lobby.
Jetzt heißt es duschen, Wäsche waschen… nur noch dieses Mal.

Am Abend sitzen wir beim Essen zusammen und reflektieren die letzten Tage. Harte Arbeit, tolle Eindrücke, glückliche Gesichter sind nur einige Eindrücke, die wir von dieser Reise mitnehmen.
Kann wird uns sicher Bilder schicken, wenn in seinem Gewächshaus das erste Gemüse wächst.


Erhan Ortac

Sonntag, 31. März 2013

48 - Ostersonntag

Ostersonntag, der 31.03.2013
(von Julia Lippold)


Heute haben wir uns ausnahmsweise mal eine Stunde Schlaf mehr gegönnt. Es ging also erst um kurz nach 9 Richtung Green House los.
Dort angekommen stellten wir fest, dass in unserer Abwesenheit wieder fleissig weiter gearbeitet wurde. Kann war allerdings nicht vor Ort, wir beschlossen auf ihn zu warten.
Eine neue Erkenntnis die wir dabei gewinnen durften ist : Die kambodschanischen Uhren laufen nicht nur auf Grund der Zeitverschiebung anders als die deutschen Uhren.

Erhan nutze die Zeit für etwas Musikunterricht, ich widmete mich wieder den Küken und die anderen genossen die vermutete Stille vor dem Sturm.


Der kam aber nicht, weshalb wir nach ca. 2 Stunden entschieden erst mal zurück ins Hotel zu fahren. Aber auch dazu kam es nicht, unterwegs trafen wir endlich Kann und einigten uns darauf nach der Mittagshitze weiter zu arbeiten.
Also hatte wieder jeder etwas Zeit dem nach zu gehen, wonach ihm der Sinn stand: Pool, schlafen , in die Stadt gehen ...

Um 15.45 Uhr machten wir uns wieder auf den Weg zurück zum Green House.  Da nun endlich alle Pfähle standen ging es jetzt nicht mehr in die Erde sondern in die Höhe.  Wir unbegabten Kletterer stapelten uns Tische um in den oberen Bereichen arbeiten zu können.

Von den Kletterkünsten der Kambodschaner dagegen waren wir sehr beeindruckt. Leichtes Hochklettern der Holzpfähle und Balancieren über Holzstreben bekommt man hier ja vielleicht im Sportunterricht beigebracht...


Bis zum Sonnenuntergang befestigten wir Metallstangen, welche zum Schluss das Gitter bilden, über das ein Netz gespannt wird. Bei einem Gewächshaus wurde auch damit bereits begonnen. So langsam erkennt man etwas von dem, was es werden soll!


Auf der Fahrt nach Hause wurde dann noch von Horst vorgeschlagen, dass morgen der (für ihn neu entdeckte) ,Gangnam-Style’ beim Arbeiten auf den Tischen getanzt werden soll.  So richtig zugestimmt wurde diesem Vorschlag allerdings noch nicht.

Frisch geduscht und nach dem Waschen der Wäsche gings anschließend wieder in die Stadt zum Abendessen und wahlweise Bierchen trinken.

Nun ab ins Bett, mit Ohrwurm : Oppan Gangnam Style , Op op op op oppan Gangnam Style .

Julia Lippold

Samstag, 30. März 2013

47 - One Day Off

Samstag, der 30.3.2013
(von Bedia Ortac)

Tempeltänzerinnen + Horst

Nach 5 Tagen harter „Baustellen-Schufterei“ haben wir heute unseren ersten und letzten freien Tag.
Bereits um 6:00 Uhr in der Früh sitzen wir am Frühstückstisch. Eine halbe Stunde später ist Abfahrt zu den berühmten Tempelanlagen von Angkor wat.

Unser Plan war es, morgens erst einen Teil der Tempelanlage mit unserer Reisegruppe zu besichtigen und im Nachmittag die Kinder von Kann abzuholen um den  bekanntesten Tempel „Angkor Wat“ zu sehen. Die Kinder würden die Mittagssonne wahrscheinlich nicht gut vertragen und wären zu erschöpft; ganz unter uns: wir wahrscheinlich auch…

Deshalb haben wir uns von 7 bis 11 Uhr erst den berühmten „Lara-Croft Tempel“  und den Bayon Tempel angeguckt; manche von uns sind sogar bis ganz nach oben gekraxelt.



Unsere Köln-hilft-Kambodscha-Vorstandsmitglieder haben um die Mittagszeit noch eine längere Fahrt vor sich. Während wir anderen einen ruhigen, kühlen Mittag im Hotel/ am Pool verbringen, sind sie nach Preksrmot, Travkhit und Svey Chey gefahren, um die dort installierten Brunnen auf ihre Funktionstüchtigkeit zu überprüfen.


Um 14:30 Uhr geht es erneut zu den Tempelanlagen. Unser Fahrer setzt uns dort ab und holt mit seiner nächsten Tour die Kinder ab. 18 Mini‘s in einem Van… süß der Anblick…
Die Kinder scheinen sich sichtlich zu freuen als sie Händchenhaltend bei uns ankommen. Sie haben sich sogar richtig hübsch gemacht; mich persönlich hat das sehr gerührt, gewaschen und gekämmt, die Kids haben sich richtig vorbereitet für diesen Ausflug. Schön ist auch zu sehen, wie sich die Kinder untereinander kümmern. Die größeren achten auf die kleineren, bei den blinden Kindern sind immer zwei andere an deren Seite… faszinierend wie verständnis- und rücksichtsvoll schon die kleinsten sind.

„Kann“ macht sich nach kurzer Zeit schon Sorgen und schlägt vor, nicht so weit zu gehen, damit die Kinder nicht krank werden. Wir sind dann letztendlich bis zur Tempelmitte gegangen. Viele Touristen wollten dort Fotos von den Kindern machen, aber Kann hat das verboten… ich glaube er möchte nicht, dass seine Kinder als Touristenattraktion gesehen werden.

Auf dem Weg zu unserem Auto tauen die Kinder gänzlich auf und halten uns an unseren Händen. Immer zwei bei jedem von uns. Erschöpft aber  glücklich endet unser Ausflug.Der vollgepackte Van fährt die Kinder wieder nach Hause und einige von uns folgen im Tuk tuk ins Hotel…

Mein Fazit für heute: Angkor wat ist immer wieder eine faszinierende Erfahrung.  Dazu noch glückliche Kindergesichter zu sehen fühlt sich richtig gut an.
So und morgen heißt es wieder:  „quäl dich du Sau, umarme den Schmerz…“ Endspurt auf unserer Baustelle.

Bedia Ortac