Montag, 9. April 2012

34 - Projekt Zisterne....


Mittwoch 04.04.2012

Heute Morgen ging es wie gewohnt um 08.00 Uhr nach Preksromot. Unterwegs hielten wir zunächst bei einer Werbeagentur die beauftragt wurde. Die Hinweistafeln für die Brunnen herzustellen. Die Tafeln werden in DIN A3 Format gefertigt und haben folgenden Text:


Auf unserer Weiterfahrt machten wir noch einen Zwischenstop bei einem Betonbauer, der uns die Behälter für die Zisterne im Außenbereich am Cafe-Colonia verkaufte. Es wurde lange beratschlagt, wie wir das Setzen der Betonringe bewerkstelligen könnten.

Wir sahen darin das Problem die schwergewichtigen Betonteile zu versetzen. Die unteren wären noch zu händeln, aber die letzten beiden Ringe müßten ja immerhin auf 3m Höhe gewuchtet werden. Als der Betonbauer uns das Versetzen der Ringe durch ihn und ein paar Helfer für 45,00 US Dollar anbot, waren wir schnell übereins diesen Betrag zu zahlen.

Er versprach uns die Arbeiten noch am gleichen Tag zu erledigen. Erleichtert setzten wir unsere Fahrt fort. In Travkhit schauten wir noch schnell an dem schönen neuen Brunnen vorbei und waren überrascht wie genau die Dorfbewohner die Brunneneinfassung mauerten.

Unsere Männer ließen es sich nehmen mit anzupacken, und ein paar Reihen Steine zu versetzen. – Viele Hände ein schnelles Ende –





In Preksromot sahen wir, das die Männer Wort gehalten hatten, und das Plateau für die Zisterne schon soweit vorbereitet hatten. Nach ein paar Nachbesserungen durch Thomas Bell und Karl-Heinz war alles bereit für die Betonbauer, die dann auch pünktlich um 11.30 Uhr anrückten. Während dessen hatten Melanie und Thomas S. die Leitungen fertig installiert. Es fehlten noch ein paar Teile, die Melanie und Michael mit unserem Fahrer noch organisierten. Nach kaum einer Stunde gab es den ersten Bau-Stop.




Der Bürgermeister kam mit dem Besitzer des angrenzenden Grundstückes, der behauptete, der Außenbrunnen sei zu nah an seiner Grundstücksgrenze. Was tun? Abreißen kam für uns nicht in Frage. Ausschlaggebend für das Belassen des Brunnens war einfach, dass die Dorfbewohner sich vehement dafür einsetzten. Also ging es weiter....





Die Männer leisteten beim Setzen der Betonringe gute Arbeit, und waren gegen 16.00 Uhr fertig. Mit dem Restbeton wurde vor der Zapfstelle noch ein kleines Plateau betoniert.




Mit großer Freude nahmen die fleißigen Männer unsere Einladung zu Waffeln und Bier gerne an. Bei meiner Müllsammelaktion unter und rund um das Cafe hatte ich tatkräftige Unterstützung von drei lieben Kindern, die sich sehr geschickt anstellten.






Zum Dank für die tatkräftige Hilfe, spielte ich mit den Kindern „Mensch-ärgere-Dich-nicht“. Wurde zu heftig gewürfelt, kam es vor, dass ein Würfel auch schon mal durch eine Spalte im Fußboden verschwand, aber schnell war eins von den kleinen unter dem Cafe verschwunden, um dann mit stolzem Lächeln mit dem Würfel wieder aufzutauchen. Jetzt aber an den Hefeteig. Wollten natürlich alle mitmachen, um den Teig anzurühren. Zwei Eier fielen zu Boden, ...egal. Während der Teig ging, präsentierten die Kinder ihre Englischkünste. Nicht schlecht, manche hatten ein tolle Aussprache.

Im laufe des Tages schaute zufälligerweise auch noch "LuckyLuke" kurz in unserem Cafe vorbei um ein kurzes Nickerchen zu halten ;-)


Auf einmal ein Aufschrei, ach du Schreck, der Teig quoll über den Eimerrand und lief über den Fußboden. Zum Glück hatte Thomas Bell an seiner Spezialkonstruktion schon angefeuert, so das wir gleich mit dem Backen beginnen konnten. Die Waffeln verschwanden auf direktem Weg aus dem Eisen, direkt in den Mündern der Umherstehenden. Scheinen ja zu schmecken, na prima :-)...!

Thomas Bell und Michael besuchten den gegenüberliegenden Ort um mit dem dortigen Bürgermeister über den Bau zwei weiterer Brunnen zu reden. Der Ort erschien uns noch ärmlicher und bedürftiger wie Preskomot. Er liegt tiefer und ist während der Regenzeit komplett überschwemmt. Heißt, das die Brunnen auf einem Betonplateau (ca. 3m hoch) angebracht werden müssen, was die Baukosten um ca. 500,00 US Dollar erhöht, was aber unumgänglich ist. Am Ende des Arbeitstages gab es gönnten sich die "Herren" noch einen frischen Schlangenkopffisch aus den Tonle Sap Gewässern.





Karl-Heinz wollte noch gerne mit dem Moped Richtung Tonle Sap See fahren, um sich ein Bild dieser Gegend machen zu können. Schon beeindruckend, was es da zu sehen gab (Schwimmende Dörfer etc.)....! ....und dann nach ca. 3km Ende der Fahrt. Trocken gefahren. Na super, ...aber wer sein Moped liebt der schiebt.

Aber eine nette Familie hatte Erbarmen und half ihm mit einer Flasche Gemisch Benzin weiter. Und das sogar obwohl er kein Pfennig Geld dabei hatte. Er erschien Ihnen doch als Kreditwürdig, sodass er seine Fahrt fortsetzen konnte. Als er dann einige Zeit später mit Dollar, Gummibärchen für die Kinder und mir auf dem Sozius zurückkam, wurden wir Herzlich empfangen.

Die Herzlichkeit der Menschen, trotz ihrer Lebensumstände, ist einfach bewundernswert.


Liebe Grüße aus der Ferne von Marlene Jenniges

Freitag, 6. April 2012

33 - Waffeln backen.....



Kambodscha Tag 3.

06.15 Uhr.

Der Wecker reißt uns aus den schönsten Träumen. Ist ja auch recht früh,... aber ein paar Runden im Pool und ein gutes Frühstück.., und der Tag wird der unsrige. Pünktlich um acht treffen wir uns alle am Auto.

TOP 1 für Heute:

Zutaten kaufen für Marlene´s „Grand-Mother“-Waffelrezept. Schließlich wollen wir Thomas Bells Übergepäck von 8 Kg in Form eines alten, schmiedeeisernen Waffeleisens auch zum Einsatz bringen. Dann geht’s weiter zum Kambodschanischen „OBI“, wo es nun auch wirklich alles gibt. Unsere Sanitärexperten Melanie und Thomas S. decken sich mit Kunststoffrohen, Fittings, Abzweigern, Bögen, Schellen, Kleber und allem ein, um die bestehende Sanitäranlage im Cafe-Colonia etwas zu optimieren. Auch das seit drei 3 Tagen diskutierte Notstromaggregat wird gekauft.

Diese, doch etwas größere Investition scheint uns allen als unumgänglich um eine ständige Bevorratung von frischem Brunnenwasser im Cafe sicher zu stellen. Nun aber auf Richtung Großbaustelle Preskomot. Auf dem Weg dorthin noch einen kurzen Abstecher nach Travkit, um nachzuschauen ob die Brunnenbauer schon mit der Bodenplatte des dortigen Tiefbrunnens begonnen haben.

... Fehlanzeige..., na dann vielleicht morgen.

Weiter nach Prekomot, ... da haben wir ja einiges vor heute.Cafe Colonia ist schon offen. Schön zu sehen, dass die ersten freiwilligen, einheimischenHelfer schon vor Ort sind. Wir legen sofort los, unser Sanitärteam im Innenbereich, die anderen außen, um die Terrasse am Eingang fertig zu stellen.



Alle packen kräftig zu, und es ist besonders erfreulich, das die anfängliche Skepsis der Ortsbewohner, über eine gewisse Akzeptanz, bereits am 3. Tag zu einer..., ja fast Selbstverständlichkeit geworden ist, mitzumachen, zumindest die jüngeren. Und nur so geht´s.




Nachhaltigkeit bei einem solchen Projekt, wie dem Cafe Colonia, ist nur gewährleistet,wenn diese Menschen so mit eingebunden werden, dass sie das begonnene bzw. vorhandene einfach zu „IHREM“ Brunnen, zu „IHREM“ Cafe-Colonia machen.

-Der Köder muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler –




Melanie und Thomas beim verlegen von Wasserleitungen aus dem vorhandenen 1000 Liter Tank



Von Stunde zu Stunde kommen mehr junge Leute, mehr kleine Kinder, ..alle Wollen anpacken,... und wir lassen sie. Mittags dann kommt endlich die Stunde des Waffeleisens. Eigentlich wollte Marlene ja nur ein „Probe-Backen“ machen, aber die erste Menge Teig war schnell aufgebraucht. Beim dritten Durchgang war die Backstelle in Zweierreihen von Einheimischen umstellt.


Marlene mit Begeisterung am Waffeln backen



Wunderbar, in so viele freundlich lächelnde Gesichter zu sehen. Das neue Diesel-Aggregat machte Probleme, es schaffte es nicht, die in 35 m Tiefe befindliche Pumpe mit ausreichend Spannung zu versorgen. Ein Dorfbewohner erklärte sich bereit die beiden Riemenscheiben auszutauschen, um eine höhere Drehzahl des Stromerzeugers zu erreichen.

Auf Anregung von Herrn Chanthol beschlossen wir nun zusätzlich einen Außentank in Form von vier auf einander geschichteten Betonringen zu installieren. Bleibt die Überlegung, die Zisterne so hoch zu setzen, das auch bei höchstem Wasserpegel des Flusses straßenseitig noch Trinkwasser gezapft werden kann. Hoffen wir , das wir dieses Unterfangen am Mittwoch realisieren können.Ein guter Plan ist die halbe Arbeit...!

Auf dem Rückweg machen wir auf Wunsch von Thomas Bell noch einmal Haltin Travkit. Die Größe der Bodenplatte der Zapfstelle ist teilweise „angezeichnet“. Mit 2 Hacken bewaffnet machen wir uns an die Arbeit und unterstützen die Einheimischen beim ausheben des „Streifenfundamentes.




Auch hier haben wir ein gutes Gefühl, die Menschen sind herzlich und freuen sich sichtbar auf „IHREN“ Brunnen. Diese Ansiedlung gefällt uns sehr gut. Die Behausungen sind auch einfach aber Ordentlich und „aufgeräumt“.


Völlig k.o., aber mit einem gewissen „Glücksgefühl“ fahren wir zurück Richtung Siem-Reap, freuen uns auf eine Dusche und ein gutes Bett.

- Wir sind schon ein tolles Team –


Es grüßt Karl – Heinz Jenniges

Donnerstag, 5. April 2012

32 - Endlich, ....die Arbeit beginnt







Liebe Köln hilf Kambodscha Freunde,




.... endlich kann es los gehen. Nachdem wir uns gestern die Lage und einen Überblick vor Ort verschafft haben starteten wir heute morgen voller Vorfreude in unseren ersten Arbeitstag. Acht Uhr Abfahrt vom Sumadevi Hotel in Siem Reap mit unserem Mini Van welcher Hr. Chanthol uns für die ganze Woche organisiert hat in Rtg. Preksromot. Im Vordergrund stand den Sicherheitsstandard des Cafe Colonia zu verbessern um somit unseren Gästen ein Sicheres Gefühl und einen schönen Aufenthalt zu garantieren. Somit mussten unserer Meinung 3 faule Stützpfeiler ausgetauscht und ein zusätzlicher Pfeiler im vorderen Terrassenbereich installiert und der komplette Boden samt Unterkonstruktion im Terrassenbereich ausgetauscht werden. Nach einigen Überlegungen wollten wir mit vorbetonierten Stützpfeilern ein Standhaftes Fundament schaffen, indem wir die Pfeiler ca. 80 cm im Boden einbringen und im Anschluss die neuen Holzpfeiler darauf installierten, um die Unterkonstruktion des Cafe´s verstärken. Nach ca. 20 Minütiger Fahrt machten wir somit unseren ersten Halt an einer kleinen „Raiffeisenkasse“ bzw. einem Baustoffhändler um die vorbetonierten Stützpfeiler zu organisieren.






Im Kofferraum verstaut machten wir uns zügig weiter auf den Weg. Einen zusätzlichen kurzen Zwischenstop in Dom Deik nutzten wir um sonstiges Kleinmaterial (Nägel, Wasserpumpenzange etc. ) zu besorgen. Nach einer Lagebesprechung und Arbeitseinteilung um 09:45 Uhr konnten wir voller Motivation mit der Arbeit vor Ort beginnen. Thomas S. und Karl Heinz bewaffneten sich direkt mit einem Nageleisen und entfernten einige Bretter im Eingangsbereich. Michael und Hr. Chanthol fuhren mit unserem Roller die an diesem Tag angerückte Bohrfirma besuchen um die aktuelle Lage für den nächsten Brunnen am anderen Ende von Preskromot zu checken. Anschließend machte er sich auf ein neues Loch zu buddeln um darin einen zusätzlichen Pfeiler zu versenken.


Marlene beschäftigte sich mit einem Dutzend Kids die trotz gefährlichen Zugang zum Cafe nur so zu uns strömten. Am ersten Tag war uns aufgefallen das der Tiefbrunnen am Cafe welcher übrigens über eine sehr gute Wasserqualität verfügt nur genutzt wird bzw. genutzt werden kann, wenn das Cafe in Betrieb ist.


Da in der Nebensaison keine Touristen durch Preksromot kommen erschien es uns zwingend erforderlich den Anwohnern einen Zugang zur Wasserstelle zu verschaffen. Die erste Idee unsererseits war es, einen zusätzlichen Abzweig aus dem 1000 Liter Edelstahlbehälter im Cafe in den Außenbereich zu verlegen das die Dorfbewohner auch Zugang zu frischen Wasser haben wenn das Cafe nicht in Betrieb ist. Die weitere Planung diesbezüglich sollte sich aber aus verschiedenen Gründen später anders gestalten. Zurück zu unserem Vorhaben für den heutigen Tag. Da die Organisation von Baumaterial aller Art in Kambodscha ca. gefühlt das 10 fache an Zeit erfordert als bei uns mussten erst einmal neue Kanthölzer und Bretter organisiert werden.








Wir entschieden uns in der Zwischenzeit schon einmal den 8 Meter langen Stützpfeiler aus der Dorfmitte bis zum Cafe zu schaffen. Dieses Vorhaben sollte zu einem ziemlich spannenden Erlebnis werden J So machten Karl Heinz, Michael, Thomas und Ich noch frisch gestärkt vom reichhaltigen Frühstück im Hotel uns voller Motivation auf den 8m langen „Zahnstocher“ zum Cafe zu schaffen. Da der Stützpfeiler bei einem Dorfbewohner hinter dem Haus und somit auch im unteren Bereich des Dammes lag mussten wir uns erst einmal überlegen wie wir diesen auf Straßenniveau bringen konnten. Michaels Vorschlag legt mir den mal eben auf die Schulter und dann tragen wir den gemeinsam nach oben war schnell zu nichte...... Diese Stützpfeiler sind auch wenn Sie nicht danach aussehen aus sehr sehr harten und schweren Holz und ca. 450-500 kg schwer.


Nicht umsonst bewegen die Kambodschaner einen solchen Stamm mit ca. 14 Männern. Daher staunten auch die Dorfbewohner nicht schlecht als wir nach kurzen Überlegungen und einer super Idee von Karl Heinz auf einmal zu viert mit dem Stützpfeiler den Damm hinauf sprinteten. Die ca. 1000 Meter bis zum Cafe wurden jedoch mit Hilfe unseres Vans und einer alten Holzkarre bewältigt.





Nun war es an der Zeit den alten Stützpfeiler erst einmal zu demontieren. Hierzu mussten sämtliche Verstrebungen gelöst und der Mast in kreisenden Bewegungen vom Erdreich befreit werden bis wir diesen mit unserer ganzen Manneskraft herausheben konnten. Da der alte Stützpfeiler einen wesentlich dünneren Durchmesser hatte als der neue musste das Standloch noch etwas erweitert werden.




Den neuen Stützpfeiler nach unten geschafft bedurfte es der größten Herausforderung an diesem Tag. Nach einigen hin und her hatten wir es aber geschafft den neuen recht stabilen Stützpfeiler zu setzen.












Im Anschluss daran haben wir in einem die Gelegenheit genutzt den Boden welcher in diesem Bereich ziemlich schief war um ca. 8-10 cm anzugleichen. Somit blieb noch ein wenig Zeit um das ein oder andere Kantholz im vorderen Cafe Bereich auszutauschen und mit neuen Brettern zu versehen und einen weiteren Stützpfeiler zu setzen, bevor wir gegen 17:30 Uhr völlig erschöpft die Baustelle verließen.











Im Hotel angekommen und einer kurzen Erfrischung im Hotelpool machten wir uns gegen 20:00 Uhr zusammen mit Hr. Chantol auf ,um uns nach alter Deutscher Art im „Haus Bremen“ mit Cordon Bleu, Jägerschnitzel und Bratkartoffeln die Bäuche vollzuschlagen. Völlig erschöpft vom ersten und sehr harten Arbeitstag fanden wir uns um ca. 0:30 Uhr in unseren Betten wieder.




Es grüßt Thomas Bell

31 - Überblick verschaffen


Völlig überwältigt von den Eindrücken aus E-Mails, sehr ausführlichen und informativen Feedbacks unserer Voluntäre und dem Vortreffen am Montag vor der Abreise mit Patrick, der gerade aus Kambodscha zurückgekehrt war, wollten wir uns am ersten Tag erstmal einen persönlichen Eindruck von allen laufenden Projekten verschaffen.

Herr Chantol stand nicht nur wie vereinbart um 8:00 Uhr vor unserem Hotel, er war sogar eine halbe Stunde früher da, um mit uns zu frühstücken. Einen Van für die ganze Woche samt Fahrer hatte er auch schon organisiert. Dieser sollte um 8:00 Uhr vorm Hotel stehen – kam aber aufgrund einer Autopanne nicht. Kurzerhand orderte Herr Chantol 2 Tuk Tuk´s und ließ sich auch von unseren erschrockenen Gesichtern nicht umstimmen. Die 50km weite Fahrt bis Preksromot würde mit dem Tuk Tuk mindestens 2 Stunden dauern. Macht nichts – einsteigen!

Nach ca. 5km Fahrt bekam Herr Chantol den erlösenden Anruf: Der Taxifahrer sei nun bereit, das Auto sei heute morgen nicht angesprungen, fährt aber nun wieder. Wir konnten umsteigen. Im Laufe des Tages stellte sich heraus, dass das nicht anspringende Auto nicht nur eine schlechte Ausrede für das Zuspätkommen war, denn wir mussten den Wagen mehrmals anschieben!

Wir entschlossen uns, die Projektorte in der Reihenfolge abzufahren, wie sie durchgeführt wurden, derzeit durchgeführt werden und geplant sind:

Erste Station: Schule in Preksromot

Dort wurde vor ca. 1 Jahr der erste Brunnen gebohrt. Uns wunderte, dass die Kinder nicht zur Schule gingen. Herr Chantol erinnerte uns kopfschüttelnd daran, dass heute Sonntag ist - aber abgesehen davon sind zurzeit Schulferien. Der Brunnen ist nur 30m tief und wird mit Handpumpe betrieben.




Das Wasser hat eine weniger gute Qualität und riecht nicht besonders frisch. Aber Herr Chantol versichert uns, dass der Brunnen häufig genutzt würde. Wir machten natürlich ein paar

Hiebe an der Handpumpe, was besonders bei den Kindern des Dorfes aufsehen erregte und wir umringt wurden von neugierigen Gesichtern.

Aber auf geht´s, weiter zum nächsten Brunnen, es gibt heute noch viel zu sehen.

Zweite Station: Brunnen am Cafe Colonia

Das ca. 2km weiter liegende Cafe Colonia erstrahlt in neuem Glanz!




Das neue Hinweisschild unserer Voluntäre ist vor der Brücke angebracht: sehr gute Arbeit, liebe Voranreisende! Doch die Informationen aus den E-Mails und Blogs bestätigten sich leider: Die Leitungen waren verstopft, das Haus einsturzgefährdet und die Bretter im Außenbereich auf der Terrasse so morsch, dass sie gebrochen waren. Zudem lief der Cafebetrieb nicht.

Erster Eindruck: es gibt viel zu tun.


Dritte Station: Dorf- bzw. Straßenmitte Preksromot



Eine ältere Frau, die direkt daneben wohnt, guckte uns interessiert zu, als wir den Brunnen betätigten. Mmh, erste Zweifel kamen auf, ob sie diesen überhaupt benutzen?

Herr Chantol konnte diese Zweifel jedoch ausräumen.

Vierte Station: Bauerndorf Travkhit

Um zum vierten Brunnen zu gelangen, stiegen wir wieder in den Van. Der Fahrer brachte uns ins ca. 5km entfernte Bauerndorf Travkhit. Dort wird gerade der Brunnen gebaut, den die Fa. Henkel gespendet hat. Wir haben den Eindruck, die Leute dort freuen sich noch mehr auf das frische Wasser. – obwohl es ihnen insgesamt besser zu gehen scheint als den Menschen in Preksromot. Es wird gepumpt und geplanscht... in ca. einer Woche wird das Wasser auch zum Trinken geeignet sein. Der Brunnen muss zunächst gespült werden.

Fünfte Station: Bauerndorf Svay Chey


Ein ähnliches Dorf wie das Vorherige. Wir besuchen den Brunnen, der am

fertig gestellt wurde.

Herr Chantol erzählt uns, dass wir uns mit dem Bürgermeister treffen sollen.

Dieser möchte noch mehr Brunnen für sein Dorf. Nach einem Fußmarsch durch den Ort fällt uns jedoch auf, dass es dort bereits viele Brunnen gibt. Zudem ist der Bürgermeister nicht da und wir entschließen uns, dass wir uns auf die ärmeren Menschen konzentrieren wollen.

Nun stellt sich die Frage, wo wir die verbleibenden geplanten zwei Tiefbrunnen platzieren wollen.

Sechste Station: Nächster Brunnen im Invalidendorf?

Herr Chantol ist bereits über seine Reiseleitertätigkeit bekannt als „Köln hilft Kambodscha-Helfer“ und wurde kurzerhand angesprochen, ob er nicht in einem Invalidendorf, was zur Zeit neu entsteht, ein oder zwei Brunnen installieren könnte. Das müssen wir uns natürlich zuerst anschauen. Dort angekommen sehen wir auf einem riesigen flachen freien Gelände ca. 10 gleiche Neubauten, von denen wir einen ansteuern. Wir lassen uns von einem Bewohner das System erklären. Es handelt sich um Kriegsinvaliden, die vom Staat dort diese Häuser gestellt bekommen. Es sind weitere Häuser auf dem Gelände in Planung. Nur das Wasser müssen sie sich von weither holen. Wir sind neugierig und laufen um das Haus herum und stellen folgendes fest:

Alles sehr kurios: Fließend Wasser aus frisch verlegten Leitungen?!?! Die Entscheidung wurde uns damit abgenommen!

Nächster Brunnen Preksromot am Dorfende?

Nächster Brunnen in Kompong Luong?

Voller Eindrücke fahren wir zurück. Beim gemeinsamen Abendessen planen wir die nächsten Tage. Welche Besorgungen müssen wir heute noch machen?

Herr Chantol wurde mit Fragen gelöchert:

Wie viel kosten neue Wasserrohre? Wie viel kostet ein eigenes Aggregat? Kann man eigentlich auch Werkzeug leihen? Gibt es eine Motorsäge? Sollten wir die morschen 5m langen Stelzendes Hauses wirklich austauschen? Können wir das? Wie machen das die Dorfbewohner? Wo bekommen wir Holz her? Wir brauchen Schilder für die Brunnen! Sein Handy lief heiß!

Als wir ihm dann auch noch erzählten, dass wir mit Thomas´ mitgebrachtem, gusseisernen, Waffeleisen für Holzbefeuerung für das Dorf backen wollten und die Zutaten dafür noch besorgen wollten, schüttelte er nur noch mit dem Kopf:

Die Deutschen müssen verrückt sein!











Dienstag, 3. April 2012

30 - Anreise und Ankunft


Hallo liebe KHK Freunde,

an alle, die mich kennen bzw. die mich nicht kennen (....und das sind wohl die meisten). Endlich ist es soweit, Freitag 30.03.2012 um 13:30Uhr Abfahrt in Köln Richtung Flughafen Düsseldorf. Bei unserer bunt gemischten Truppe sind mit am Start:




Karl Heinz, Thomas Bell, Marlene, Michael, Thomas Schweyen, Melanie




Marlene und Karl Heinz Jenniges, Melanie und Michael Scherz und die beiden T´s, Thomas Bell und meine Wenigkeit. Ca 15:15 Uhr Ankunft am Flughafen in Düsseldorf. Dadurch, dass wir mit
2 getrennten PKW´s gefahren sind, waren Melanie, Michael und ich zuerst am Flughafen. Nachdem wir eingecheckt hatten und noch kein Lebenszeichen von den anderen gehört haben, machten wir uns so langsam sorgen, ob es die anderen Mitreisenden pünktlich und durch den Osterferienbeginn und damit zunehmenden Verkehr zu uns schaffen. Am Gate angekommen hörten wir über die Lautsprecheranlage des Flughafens den folgenden Ausruf „Marlene Jenniges, bitte begeben Sie sich zur Sicherheitskontrolle“ Somit war uns klar, Sie müssen bereits irgendwo am Flughafen sein. Wenige Minuten später sind die 3 dann zu uns gestoßen. Thomas Bell, kurz aufgehalten vom RTL Explosiv Team, kam ganz aufgeregt zu uns und erzählte, er habe ein Interview über unser Projekt in Kambodscha und die von uns gezahlten Buchung der Reise (Flugpreis, Reisebüro etc.) gegeben.


16:45 Boarding. Mit ca. 1h Verspätung konnten wir gegen 18:20 Uhr starten. Nach 10,5 h Flug ohne nennenswerte Turbulenzen Ankunft in Bangkok. Aus dem Flughafengebäude heraus erwartete uns die erste Herausforderung! Mit 6 Personen und ca. 10 Koffern in ein Taxi!?













Es geht J


Der freundliche Taxifahrer zeigte uns voller Stolz seinen neuen DVD Player, den er dann auch prompt mit einem aktuellen Kinofilm (auf Englisch) startete. Da der Taxifahrer allerding mehr Interesse am Film zeigte als wir und daher stark abgelenkt von seiner eigentlichen Tätigkeit war, beschlossen wir auf einheimische thailändische Countrymusik umzusteigen.













Hier übrigens die Sicht des Taxifahrers auf die Straße. ;)


Nach 2 h Fahrt unsere erste Pause. Wir hatten Hunger......Die Tür vom klimatisierten Taxi wurde geöffnet und wir bekamen bei gefühlten 50 Grad Celsius erst einmal eine „Wärmekeule“ über. Am kleinen Straßen Restaurant habe ich die erste „schöne“ Toilette entdeckt. Egal!











Nach leckerem Essen (doppelte Portion) ging es dann auch schon wieder weiter Richtung Grenze.


15:30 Uhr Grenzübergang Thailand – Kambodscha


Vom Taxi aus mit unserem gesamten Gepäck ging es dann zu Fuß weiter zu den Behörden. Auf thailändischer Seite brauchten wir jeweils nur unsere Reisepässe und das dazugehörige Einreiseformular. Die „neuen“ Marlene , Karl Heinz und ich waren überwältigt von dem was es hier alles zu sehen gibt. So kam es auch dazu, dass wir mehrmals auf unseren chinesischen Fotograph Karl Heinz warten mussten J


Gemeinsam ging es nach ca. 400 Meter Fußmarsch Richtung kambodschanischer Behörden in Poi Pet.








Hier beantragten wir problemlos gegen eine Zahlung von 20 US Dollar unsere Einreisevisa nach Kambodscha. Es stellte sich die Frage wie wir nun zu einem Taxi kommen sollten?


„Zuvorkommend“ aber doch ganz nette junge Männer beförderten uns in einen Bus der uns dann kostenlos nach 15 minütiger Fahrt zu einer Taxistation brachte. Der uns dort angebotene Transferpreis von rund 190 US Dollar war uns eindeutig zu hoch. Unser erster Taxifahrer gab uns den Hinweis, dass eine Fahrt von Poi Pet nach Siem Reap ca. 60-80 US Dollar kostet. Nach kurzer Verhandlung stand dann ein Fahrpreis von 70 US Dollar. Die Ankunft nach fast 24 stündigem Trip im Somadevi Angkor Hotel in Siem Reap gegen 19 Uhr Ortszeit.










Zimmer beziehen und duschen und dann direkt zum Treffen mit unserem Ansprechpartner Vorort Hr. Chanthol. Dieser führte uns zu einem einheimischen Restaurant wo wir getrieben von unserem Reiseleiter alle das kambodschanische Nationalgericht „AMOKE“ probieren mussten. Sehr lecker J


Nach ca. 4 frisch gezapften Angkor Bier für jeden (...außer Karl Heinz der noch bis Samstag Fastenzeit hat! Schade ....) haben wir uns noch kurzfristig für eine einstündige Massage entschieden, und sind dann todmüde in unsere Betten gefallen.










Auf eine erfolgreiche Zeit bei unserem Projekt in Kambodscha.


Weitere Blogbeiträge von der Maloche folgen in kürze...


Euer Thomas Schweyen