Donnerstag, 29. September 2011

13 - Shopping für einen guten Zweck

Dienstag, der 27.9.2011
(von Horst-G. Lippold)

beim Sanitär-Möbel-Baumarkt-Händler

An unserem zweiten Tag in Kambodscha stand ein umfangreicher Einkaufsplan für den Aufbau unseres Touristencafe´s auf dem Plan, um unsere Liste vom Vortag abzuarbeiten.

Für die Wasserversorgung benötigen wir noch einen Wassertank nebst Rohrleitungen zu den Verbrauchsstellen und motorgetriebener Pumpe, um überhaupt Wasser in den Tank zu bekommen. Während der Regenzeit müssen wir Wasser aus dem See entnehmen und später in der Trockenzeit aus einem dann noch zu bauenden Brunnen. Dieser Brunnen ist dann der dritte der im vergangenen Februar geplanten Anlagen, der gleichzeitig den mittleren Teil des Dorfes versorgt.

Zur Komplettierung der Toiletten in unserem Cafe´ sollen noch ein Urinal im Herren-WC sowie ein Urinal und ein Handwaschbecken im Außenbereich neben den Toiletten installiert werden.

Wegen des an einigen Stellen grenzwertigen baulichen Zustandes der alten Schule hatten wir am Vortag beschlossen, einige Fußbodenbretter und ihre Unterkonstruktion sowie das marode Vordach auszutauschen. In der Trockenzeit sollten dann noch sicherheitshalber einige wurmstichige Holzpfähle ausgetauscht werden. Ferner muss dringend ein Geländer an der offenen Seeseite angebracht werden. Es wäre doch unschön, wenn unsere Besucher durch den Boden durchbrechen und in den See oder in der Trockenzeit acht Meter in die Tiefe stürzen würden.

Schließlich benötigen wir für das eigentliche Cafe´ unabdingbare Einrichtungsgegenstände wie (ergänzend zu den teilweise noch vorhandenen Schulbänken und –tischen) Stühle und Tische, eine Spültheke, zwei große abschließbare Kühlboxen, einen Kocher für Tee und Kaffee, Gläser etc.

Alles in allem eine umfangreiche Einkaufsliste, die wir heute bei diversen Händlern und Märkten abarbeiten wollten. Da an diesem Tag noch Feiertag in Kambodscha war, mussten wir damit rechnen, dass der eine oder andere Laden geschlossen war. Gemäß dem Motto „der frühe Vogel fängt den Wurm“ sind wir dann auch früh zum ersten Sanitär-Möbel-Baumarkt-Händler in seiner Garage aufgebrochen, um nach viertelstündigem Palaver die Information zu erhalten, dass der Händler wegen des Feiertags nunmehr leider zum Tempel aufbrechen müsse und wir doch bitte in einigen Stunden wiederkommen mögen.

Von soviel Geschäftstüchtigkeit überwältigt sind wir direkt zum nächsten Händler gefahren und haben einen neuen Versuch gestartet. Nach wiederum langem Verhandlungspalaver waren die ersten Einrichtungsgegenstände endlich gekauft und soweit wie möglich in unserem Kleinbus verladen (die sperrigen Teile sollen später angeliefert werden), so dass wir Richtung Preksromot aufbrechen konnten. Nach kurzem Abstecher In die nahegelegene Kreisstadt Domdek zwecks Motorpumpen-Kauf (auch hier: gut Palaver braucht Weile) haben wir endlich Preksromot kurz vor Mittag erreicht, wo wir unsere Einkäufe sicherheitshalber beim Bürgermeister zwischengelagert haben. Wie überall bekommen sonst die Dinge recht schnell Beine.


Der spannendste Teil kam mit dem Holzeinkauf bei einem schwimmenden Händler im überfluteten Nachbarort in Richtung Tonle Sap, den wir per Boot angesteuert haben. Das Holz lagerte dort auf mehrere Kähne verteilt im Freien und war deshalb gut gegen Austrocknung geschützt. Man musste mit den Brettern und Bohlen recht abenteuerlich über Planken und Stege von einem Schiff zum anderen und zu seinem Haus balancieren und höllisch aufpassen, nicht auf diesen regennassen schwankenden Pfaden über Bord zu gehen. Aber das ist hier so üblich und dann geht es eben.





Der langgestreckte Pfahlbau des Holzhändlers mutiert auf dem Weg zur Vorderseite des Hauses vom Holzlager auf der Wasserseite erst zur Küche, dann weiter zum halb überfluteten Büro-Sägewerkstatt-Schlafzimmer (sehr apart) und schließlich zum Lebensmittelhändler bzw. Drugstore an der Straße. Um es mit Heinz Rühmann zu sagen: „hübsch hässlich habt ihr´s hier“.



An der Straßenseite war zu meiner Überraschung tatsächlich Land, weil dieses Haus und einige andere wegen ihrer erhöhten Lage eine Art Insel bildeten, auf der wie auf einer Arche Noah die vielen Menschen, Hunde, Katzen, Hühner etc. einträchtig beisammen saßen oder durcheinander wuselten. Kaufen konnte man dort von Lebensmitteln und Haushaltsartikeln über Kleidung bis zu einer Riesenauswahl gängiger Handy-Modelle quasi alles.


Am Ende ging es mit einem zum Holztransporter umgenutzten Boot zurück nach Preksromot, wo wir unsere Hölzer wiederum sicherheitshalber beim Bürgermeister deponierten.


Preksromot war zwischenzeitlich zunehmend von Menschen überfüllt, weil an diesem Tag traditionell ein großes Dorffest stattfindet, an dem auch viele Menschen aus Nachbargemeinden begeistert teilnehmen. Abgesehen von Essen, Trinken und viel Reisschnaps vergnügen sich die Leute damit, sich von Booten gegenseitig mit leicht platzenden wassergefüllten Plastikbeuteln zu bewerfen. Mit diesem fröhlichen Treiben hatten wir schon beim Holzhändler unseren Spass gehabt.




Auf der Rückfahrt nach Siem Reap sind wir noch in das Nachbardorf Travkhit gefahren und haben mit dem Bürgermeister Soun Leum besprochen, ob hier ernsthafter Bedarf und Interesse an zwei bis drei Brunnen besteht. Der Bau von weiteren Brunnen in einem anderen Dorf gehört wie beschrieben zu unseren Zielsetzungen für unseren jetzigen Kambodschabesuch. Herr Soun Leum hat nach anfänglicher Überraschung sehr erfreut auf unser Angebot reagiert und versprochen, bis morgen mit den Dorfbewohnern sinnvolle Standorte etc. abzustimmen.

Am Ende dieses bemerkenswerten Shopping-Tages ging es wie üblich zum Wassertreten in Siem Reaps Straßen, wo wir uns mit Josh Feitelson und Carolin Dohmen getroffen haben, die unter „Beebop hilft e.V.“ ein Kinderdorf in Nordost-Kambodscha aufgebaut haben und betreiben. Der Abend endete nach leckerem Essen, reichlich isotonischem Gerstensaft und angeregtem Gedankenaustausch sehr spät.


In dem Sinne „anything goes“
Horst-G. Lippold

Dienstag, 27. September 2011

12 - Der erste Arbeitstag in Preksromot

Dienstag, der 27.9.2011
(von Horst-G. Lippold)

Lagebesprechung in der alten Schule

Da wir nicht nur wegen der landschaftlichen, kulturellen und sonstigen Schönheiten angereist waren, sind wir direkt am Ankunftstag (Montag, der 26.9.2011, ein besonderer Tag) um die Mittagszeit nach Preksromot gefahren, um Bestandsaufnahme zu machen und die Planung des in den nächsten Tagen vor uns liegenden Arbeitspensums und der erforderlichen Materialeinkäufe vorzunehmen.


Wie schon erwähnt war die Wiedersehensfreude bei allen Beteiligten groß und so führte uns der Lehrer gemeinsam mit den Kindern stolz die Funktion unseres ersten Brunnens vor. Es handelt sich dabei übrigens um den ersten Brunnen unseres Vereins insgesamt. Der zweite Brunnen liegt weiter unten in Preksromot unter Wasser und kann derzeit nicht besichtigt werden.



Besagten ersten Brunnen und teilweise auch die anschließend in der alten Schule präsentierten Mülltonnen aus Stahl hatte der Lehrer gemeinsam mit einem Helfer gerade frisch im Kölner Brückengrün gestrichen. Da die beiden selbst bis zu den Handgelenken grün bemalt waren, haben wir uns spontan gefragt, ob Sie wohl mangels Pinsel die Farbe direkt mit den Händen aufgetragen haben.


Jedenfalls waren sie zu Recht stolz und die insgesamt 130 in der Schule aufgestapelten Mülltonnen haben uns schwer beeindruckt. Die Mülltonnen hatten wir übrigens schon bei unserem letzten Besuch im Februar in Form von alten Ölfässern gekauft und jetzt waren sie mittig getrennt und mit Griffen versehen eindeutig als Mülltonnen erkennbar.

Noch mehr beeindruckt haben uns allerdings die fast fertiggestellten Toiletten, deren Bau Herr Chantol seit August gemanaget hatte. Da die Vorarbeiten in Form von Sickergruben für die beiden Toiletten und die Abwasserverrohrung unter dem alten Schulgebäude unbedingt vor Beginn der Regenzeit fertiggestellt sein mussten, hatte Herr Chantol den Bau entsprechend früh begonnen.

Jetzt fehlten lediglich noch einige Kleinigkeiten und die Wasserversorgung, die wir in den nächsten Tagen installieren werden. Und voila: fertig sind die einzigen sauberen und nach westlichem Standard gebauten Toiletten im Umkreis von 40 km. Wenn das kein Anreiz ist, demnächst unser Cafe´ Colonia zu besuchen?

die alte Schule oder das künftige Cafe´ Colonia bei unserer Ankunft


die neuen Toiletten im Cafe´ Colonia

Und so saßen wir dann auch alsbald wieder wie im Februar gemeinsam mit dem Bürgermeister und dem Gemeinderat zusammen und haben unsere nächsten Schritte etc. diskutiert. Lediglich auf unserer Seite hatte sich die Zusammensetzung des Teams verändert, weil dieses Mal anstelle von Jessica Mohr und Patrick Markiefka die Herren Röttger Maier und Alex Springer im Team sind und eifrig mitarbeiten.

Nachdem alles Wesentliche besprochen war, sind wir gegen Abend mit den Köpfen voller Pläne und Vorfreude auf die nächsten Tage nach Siem Reap zum Hotel zurückgefahren, um uns in Richtung Abendessen wieder in die Fluten der Wasserstraßen zu werfen.

Ich sage nur mit herzlichen Grüßen an Jessica Mohr: Amok (die bekannte kambodschanische Spezialität mit Fisch oder Fleisch).

Ach ja, und nach 20-minütiger Watt-Wanderung habe ich zu meiner großen Freude festgestellt, dass unsere Lieblingsbar nicht in den Fluten versunken war und wir noch einige Biere (beer 50 (Dollar-) Cent, popcorn free, ...) zum Ausklang des Tages geniessen konnten. Ja, das Leben ist schön.

In dem Sinne und zum Wohle
Horst-G. Lippold



11 - Land unter in Kambodscha oder "Wasser marsch"

Montag, der 26.9.2011
(von Horst-G. Lippold)

abends in Siem Reap

Nachdem ich Herrn Chantols telefonische Vorab-Berichte von Überschwemmungen auf den Straßen in Siem Reap zuhause noch ungläubig als Übertreibung abgetan hatte, wurde ich schon durch die stellenweise überflutete Nationalstraße von Poipet nach Siem Reap schnell eines Besseren belehrt.

In Siem Reap angekommen konnte ich die Wat-Tiefe schon in der Hauptstraße vor unserem Hotel austesten: stellenweise knietief!

Das bedeutet kurze Hosen und Badeschlappen sowie große Vorsicht beim Laufen (Wassertreten), um nicht auszurutschen oder an Bürgersteigkanten oder in Schlaglöchern in Untiefen zu versinken.

Es war eine neue Erfahrung für mich, dass durchfahrende Autos Flutwellen erzeugen, die sich z.T. erst an den Häusern brechen. Die Häuser selbst sind entweder hoch genug über dem Straßenniveau oder durch Sandsäcke geschützt oder eben im Erdgeschoß überflutet.

Mein Tipp für Kambodscha: keine Erdgeschoßwohnungen und keine Dachgeschoßwohnungen beziehen. Der Vorteil bei den derzeit häufigen und teilweise sintflutartigen Regenfällen ist, dass es etwas kühler ist und man wirklich keine Sonnenmilch braucht.

Wie heisst es so schön: es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung.

In dem Sinne immer schön trocken bleiben
Horst-G. Lippold





Land unter in Siem Reap

10 - Anreise und Wiedersehen in Preksromot

Montag, der 26.9.2011
(von Horst-G. Lippold)

Abreise in Köln

Nach den Samstag-Vorlesungen am 24.9.2011 ging unser Abenteuer für mich abends gegen halb sieben am Ehrenfelder Bahnhof los, um rechtzeitig unseren Nachtflug von Frankfurt nach Bangkok zu erreichen.

Nach der Zwischenlandung in Abu Dhabi und insgesamt 13 Stunden Flug erreichten wir unser Zwischenziel Bangkok am Sonntagabend gegen 18 Uhr Ortszeit, um sofort per Taxi durchzustarten nach Aranya Prathet.

In dieser Grenzstadt an der thailändisch-kambodschanischen Grenze konnten wir zu vorgerückter Stunde das erste asiatische Abendessen nebst Zwischenbier geniessen und anschließend todmüde in´s Bett fallen.


Am frühen Montagmorgen ging es sofort per Tuktuk zur Grenze, hinter der uns schließlich Herr Chantol mit unserem Fahrer für die nächsten Tage erwartete. Nach weiteren 170 km am Ende unserer anderthalbtägigen Anreise konnten wir letztlich gegen Mittag die Hotelzimmer in unserem Stammhotel in Siem Reap beziehen, um nach einer weiteren knappen Stunde Autofahrt endlich wieder in Preksromot einzutreffen.



Es war ein schönes Gefühl, die vielen Kinder und Erwachsenen wiederzutreffen, die uns mit sichtlicher Freude begrüßten. Anders als bei unserem letzten Besuch im Februar reicht das Wasser jetzt in der Regenzeit rechts und links der Dorfstraße wegen der in diesem Jahr extremen Regenfälle fast bis an ebendiese Straße und es herrscht reger Bootsverkehr.

In dem Sinne auf die Freundschaft
Horst-G. Lippold

9 - Die Projektziele für unserem Besuch im Herbst 2011

Samstag, den 24.9.2011
(von Horst-G. Lippold)

Köln hilft Kambodscha e.V.

Wir werden ab dem 26.9.2011 ca. eineinhalb Wochen in Kambodscha sein und haben uns Einiges für diese Tage vorgenommen. Wir heisst übrigens dieses Mal: Röttger Maier, Alex Springer und ich selbst (Horst-G. Lippold).

Auf dem Plan steht als erstes die Fortführung unseres im Februar begonnen Müllentsorgungsprojekts in Preksromot. Zielsetzungen hierbei sind die Aufstellung und vor allem die Nutzung der im Februar bestellten Mülltonnen im Sinne einer regelmäßigen Müllabfuhr.

Die Einwohner von Preksromot sollen ihre Abfälle unsortiert ausschließlich in diese Mülltonnen vor ihren Häusern (und nicht mehr auf die Straße oder hinter die Häuser) werfen. Von dort soll der Müll regelmäßig von zwei damit beauftragten und dafür bezahlten Männern auf einen zentralen Müllsammelplatz gefahren und dort sortiert werden.

Für die kompostierbaren Abfälle soll möglichst kurzfristig eine Kompostieranlage aufgebaut werden. Wir werden während unseres Besuchs die Kompostieranlagen besichtigen, die die thüringisch-kambodschanische Gesellschaft in Pnom Penh und Battambang aufgebaut haben, um die dort gemachten Erfahrungen nutzen zu können. Daneben wollen wir nach Möglichkeit den regelmäßigen Abtransport des reyclingfähigen Kunststoffmülls und eventueller anderer Wertstoffe organisieren.

Während unseres Aufenthalts in Preksromot werden wir außerdem ein Touristen-Cafe´ namens Cafe´ Colonia in der alten Dorfschule einrichten, um mit den damit voraussichtlich erzielbaren Überschüssen die Müllentsorgung und ggfs. weitere Projekte in Preksromot finanzieren zu können.

Wir sind davon überzeugt, dass die regelmäßig durchfahrenden Touristengruppen vom Nutzen einer „Kaffeepause“ und der Nutzung sauberer Toiletten bzw. wahrscheinlich der einzigen sauberen Toiletten nach westlichem Standard im Umkreis von 40 km überzeugt werden können. Herr Chantol, der hauptberuflich lizensierter deutschsprachiger Reiseführer ist, rührt hierfür seit einiger Zeit kräftig die Werbetrommel bei seinen Reiseleiter-Kollegen, die derartige Besuche in unserem Cafe´ Colonia entscheidend beeinflussen.

Neben diesen Vorhaben in Preksromot planen wir den Bau von drei weiteren Brunnen in einem benachbarten Dorf und wollen für künftige Hilfsprojekte im nächsten Jahr Ideen bzw. Konzepte entwickeln.

In dem Sinne gutes Gelingen

Horst-G. Lippold

Mittwoch, 2. März 2011

8 - Same procedure as every day

Dienstag, der 22.2.2011
(von Patrick Markiefka)

der erste Brunnen

Um 7:15 Uhr starteten wir erneut in Richtung Preksromot, um uns an den restlichen, gefühlten 117t Müll zu behaupten. Die Anstrengungen der letzten Tage liegen allen schwer in den Knochen, zumal jeder von uns in den vergangenen Tagen zwischen 8 - 16 Uhr der AWISTA in jeder Hinsicht das Wasser reichen konnte. Wie der Titel schon andeutet, starteten wir den Tag mit jeder Menge Kleinstverpackungen aus Kunststoff und erlebten dabei nicht viel Neues. Business as usual.


Zu Beginn waren wir auf uns selbst gestellt, so dass wir keinen neuen Rekord in Sachen Säcke füllen aufstellten. Doch Herr Prof. Lippold organisierte kurzerhand einige 'Freiwillige', die mit uns die verbleibenden Hinterhöfe säuberten. So konnten wir wenigstens zwei Haushalte in Windeseile von recyclebarem Material befreien. Auch einige Kinder waren - wie die Tage zuvor - engagiert dabei. Uns verblüffte die Ausdauer und die Freude der kleinen Kambodschaner, was sicherlich zu einen nicht unbedeutenden Teil am Animationsprogramm und Spassfaktor lag, mit dem die aus Deutschland zugereisten auftraten. Herr Prof. Lippold führte nach wie vor mit grosser Begeisterung sein Entenschnattern vor, was zu lautem Gelächter bei den Kindern führte.

Jessica hingegen war ganz Frau und brachte den Mädchen einige typische Standardtänze bei und versuchte soviel Khmer aufzuschnappen wie eben nur möglich. Ich für meinen Teil durfte die Buben beschäftigen, so kam es zu einigen Karussell Attraktionen und ein paar testestoron geladenen Rangeleien, sowie die Einführung eines Handschlags, wie man ihn nur aus amerikanischen Gangsterfilmen kennt. So macht Müllsammeln Spass.

Bei einer Mittagspause ist uns das erste Mal bewusst geworden, dass unsere Tätigkeit vor Ort nicht ganz ungefährlich ist. In einem der morasten Baumstämme hat sich ein nicht mindergiftiger Skorpion versteckt. Die Beseitigung der Angelegenheit übernahmen die Kinder gekonnt und ohne mit der Wimper zu zucken. Respekt!

auch eine Schlange haben wir entsorgt

Am späten Nachmittag schalteten wir kurz nach Deutschland, um mit dem daheim gebliebenen Herrn Michael Scherz die Anschaffung weiterer Mülleimer zu beschließen. Anders als die derzeit gebauten greifen wir nun auf alte gereinigte Ölfässer zurück, die entsprechend bearbeitet werden und deutlich stabiler sein sollten. Wir lassen allerdings noch einige Mülltonnen aus Holz vom Dorf anfertigen. Zur Zeit sind ca. 8 - 14 Leute mit dem Bau beschäftigt.

Wir trafen uns gegen 16 Uhr mit dem Bürgermeister, um nochmals ganz klar einige Modalitäten zu klären. Zum einen legten wir fest, das die Frist der Reinigung der Hinterhöfe maximal 3 Monate betragen darf, die exakte Festlegung wollten wir dem Ältestenrat überlassen. Desweiteren legten wir Strafabgaben bei nicht Erfüllung fest. Auch wenn es sich recht hart anhört, doch lernten wir schnell, dass ohne diese Maßnahme kein schnelles Umdenken bei den Einwohnern zu erreichen ist. Der Ältestenrat sprach sich dafür aus und akzeptierte unseren Vorschlag. Zusätzlich sprachen wir nochmals ein Strafsystem bei unsachgemäßer Verwertung des anfallenden Unrats aus, sowie die Einführung einer Sorgfallspflicht für die Mülleimer. Beides wurde abgenickt und wird mit in den Maßnahmeplan eingebaut. Auch wenn die Einwohner ein paar bittere Pillen zu schlucken haben, werden sie auf langer Sicht ein gesünderes, wertvolleres Leben führen können.


beim zweiten Brunnen

Im weiteren Verlauf besichtigten wir den zweiten fertig gestellten Brunnen. Auch dieser führt reichlich Wasser. Leider hatte der Brunnenbauer beim dritten Brunnen weniger Erfolg und sucht nun eine andere geeignete Stelle. Nach dem Brunnenbesuchen ging es für uns nochmals zum Old Market, um weitere Detailaspekte der Zwischendeponie zu erfüllen. Nach dem Besuch begaben wir uns mit Herrn Chantol auf ein Zwischenhähnchen, um den Appetit von Jessica zu stillen. Hiermit endet ein sehr erfolgreicher Tag und wir gehen alle mit gutem Gewissen nach unserem gewohnten Zwischenbier und Abendessen zu Bett.

Viele Grüße aus Fernost
Patrick Markiefka



Pause mit den Kindern von Preksromot